BG Krems: 20 Jahre Projektwochen im Kärntner Anteil des Nationalparks Hohe Tauern

"Leben im Gebirge" – unter diesem Motto stehen seit 20 Jahren die Projektwochen des Bundesgymnasiums Rechte Kremszeile aus Krems an der Donau in der Nationalparkgemeinde Heiligenblut am Großglockner.

"Kinder, denen die Hochalpen meist völlig fremd sind, sollen eine Woche lang das Leben in einem völlig anderen Teil Österreichs kennenlernen" sagt dazu Mag. Franz Dorn, der bereits 1994 dabei war, ausgerechnet im Jubiläumsjahr aber krankheitshalber ausfiel. Gemeinsam mit dem Initiator der Projektwoche, OStR. Prof. Mag. Paul Schilling, hat er die meisten Projektwochen geleitet.

Fast 1100 14jährige Schülerinnen und Schüler und etwa 30 verschiedene Lehrerinnen und Lehrer, viele davon mehrfach, waren seit 1994 in und um Heiligenblut zu Gast. Das Grundkonzept ist unverändert: Kennenlernen von Heiligenblut und Apriach inklusive Interviews mit älteren Menschen und dem Sammeln von Dialektausdrücken, Naturerlebnisse vom Kachlmoor über den Gößnitzfall bis zum Gletscherweg Pasterze, das Erlebnis des "Geotrails", Goldwaschen, ein Besuch der Kölnbreinsperre und die Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen Interessen rund um den Nationalpark. Dazu kommt ein intensiver Lienz-Tag mit Bauernhofbesuchen, einem Besuch von Aguntum, der Kriegergedächtniskapelle, Schloss Bruck und einer Rätselrallye in der Stadt.

Besonders spannend ist immer der "Sonnenaufgangstag". Prof. Dorn: "Als Leiter sehe ich vom meinem Schlafzimmerfenster in der Pension Bäuerle auf den Glocknergipfel. Wenn er kurz vor 6 Uhr frei ist, heißt es: Schnell in den Bus! Dann fahren wir zur Mautstelle, suchen im Wald den Ausblick zum Glockner,– und wenn dann alles passt und kurz nach 6.30 Uhr der Glocknergipfel rosa wird, dann wird es plötzlich mucksmäuschenstill." 

Wanderungen im Schneesturm, der Gletscherweg Pasterze im Schnee, kreisende Bartgeier oder Steinadler, der Anblick von Steinböcken, in den Sandersee einsinkende Schülerinnen und Schüler und nicht zuletzt das Erlebnis des Gletscherschwundes, das sind Eindrücke, die auch Jahre später noch in Erinnerung bleiben. "Es war anstrengend, aber schön" hören die Lehrerinnen und Lehrer oft – und gerne - nach einer Projektwoche. Noch mehr freut Prof. Dorn aber die Frage bei Maturafeiern: "Gibt es die Projektwoche Heiligenblut eh noch?" Auch Eltern, die die Woche im Sommer "nachahmen", gibt es bereits.

"Dass die Projektwochen in vielerlei Hinsicht so erfolgreich sind, verdanken wir neben der herzlichen Betreuung in der Pension Bäuerle nicht zuletzt dem Engagement des Nationalparks und den Rangern. Ich kenne mehrere Nationalparks in Österreich, aber das fachliche und pädagogische Engagement ist nirgends so hoch wie hier" sagt Prof. Dorn.

Informationen und Auskünfte zu den Projekttagen im Nationalpark Hohe Tauern erhalten Sie unter +43(0)4825 6161 oder unter www.hohetauern.at.


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